Zwischen Wein, Menschen und Geschichten
Im Rahmen eines Gesprächs mit dem Wein- und Genussmagazin Falstaff spricht Gastgeberin Teresa über ihre persönliche Sicht auf Wein, die Auswahl der Weine im Haus sowie aktuelle Entwicklungen und Trends in der Weinwelt.
Dabei geht es um ehrliches Handwerk, Naturweine, den eigenen Weinberg und die Frage, was einen guten Wein für sie ausmacht.
Was bedeutet Wein für Dich persönlich?
Wein ist für mich gute Gesellschaft – in jeder Lebenslage. Er ist Kulturgut, Lebendigkeit und Geschichte. Etwas, das Menschen verbindet und Erinnerungen entstehen lässt.
Erzähl uns etwas über Eure eigenen Weine. Wonach schmecken sie und worauf bist Du besonders stolz?
Unsere beiden Weine – Kerner und Sylvaner – sind Produkte einer guten Nachbarschaft mit Manni Nössing. Deshalb tragen die Etiketten zwar unseren Namen, aber Manni seine Handschrift und sein Handwerk. Die Weine entstehen aus einer rund 1 Hektar großen Rebfläche.
Besonders schätze ich ihre Ehrlichkeit – genauso wie jene des Winzers selbst. Dazu kommt die lebendige Eisacktaler Frische und der moderne, geradlinige Ausbau, der beiden Sorten sehr gut steht.
Und vielleicht macht sie gerade das noch ein wenig besonderer: Unsere Weine gibt es ausschließlich bei uns vor Ort.
Nach welchen Kriterien wählst Du Weine aus?
Die Weine, die wir unseren Gästen anbieten, sind eine gut sortierte Vielfalt nördlich und südlich der Alpen – mit klarem Fokus auf Südtiroler Winzerinnen und Winzer.
Mich interessieren vor allem kleine Höfe mit nachhaltigem Anbau – zertifiziert oder nicht. Entscheidend sind ehrlich gelebte Werte und Ideen. Wichtig ist mir gutes Handwerk, das einem Wein Entwicklung und Lebendigkeit mitgibt.
Welche Rolle spielen Naturweine und Orange Wines bei Euch?
Naturweine und Orange Wines entsprechen sehr meinem persönlichen Geschmack und prägen deshalb auch unsere Weinkarte.
Viele Gäste kommen genau deshalb zu uns ins Haller und ins AO Restaurant. Anderen darf ich diese Nische erst näherbringen. Generell spüre ich ein wachsendes Interesse und eine steigende Nachfrage nach Low-Intervention-Weinen.
Ist das Bewusstsein für guten Wein gestiegen?
Da viele unserer Gäste Weinfreunde, Liebhaber oder auch Profis sind, kann ich sagen, dass sich ihr Bewusstsein für guten Wein durch die Entwicklungen am Markt deutlich geschärft hat.
Bei Menschen, die wenig oder keinen Wein trinken, spürt man zwar Interesse und Wertschätzung – aber Qualitätskriterien und die Feinheiten dahinter sind oft noch schwer greifbar.
Welcher Wein auf Deiner Karte ist der ungewöhnlichste?
Bei Wein möchte ich mich eigentlich nie festlegen – deshalb sind es zwei:
Silvaner von Daniel Sigmund – ein Silvaner neu gedacht, mit so viel Nervenkitzel, dass er einfach Spaß macht.
Vernatsch Campill von Martin & Marion vom Weingut Pranzegg – wunderbar wild und gleichzeitig bodenständig. Er erinnert mich manchmal fast an einen Syrah.
Gibt es aktuell Trends unter Weintrinkern?
Ich beobachte, dass leichtere Weine – sowohl im Körper als auch im Alkohol – den opulenten Varianten oft vorgezogen werden.
Außerdem wird vermehrt Weißwein nachgefragt. Auch neue Stilistiken wie Ausbau in Amphoren, Maischekontakt oder unfiltrierte Weine machen viele neugierig.
Welche Bedeutung hat entalkoholisierter Wein für Dich und Eure Gäste?
Ich schenke meinen Gästen lieber reinen Wein ein. 😉
Für mich ist entalkoholisierter Wein oft ein künstliches Ersatzprodukt. Lieber greife ich auf hausgemachte oder bewusst ausgewählte alkoholfreie Alternativen zurück – von Gemüse- und Fruchtkonzentraten über Kräuterauszüge und Sparkling Tea bis hin zu Fermenten.
Champagner oder Prosecco?
Champagner.
Neugierig geworden?
Entdecke unsere Weinkarte im AO Restaurant oder lass Dich vor Ort auf eine Reise durch verschiedene Weinwelten mitnehmen.




